Monday, 24 September 2018

Bonn (ots) - "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück" - so dichtete einst Johann Wolfgang von Goethe im "Faust".

Dr. Faustus und sein Mitarbeiter Wagner brechen zu einem Osterspaziergang auf und ein seltsamer, schwarzer Pudel folgt den beiden, der sich später als der Teufel Mephisto entpuppt. Soweit diese Geschichte.

Dem Teufel begegnen österliche Spaziergänger heute eher selten. Aber es lauern andere Gefahren am Wegesrand. Es ist Frühling, die Natur erwacht - und damit ein Spinnentier, dass Hundebesitzer wie den "Deibel" fürchten - Zecken. Die kleinen Blutsauger lauern im Gras und Unterholz. Streift ein Hund vorbei, lassen sie sich fallen und nisten sich im dichten Fell des Tieres ein. Der erste Zeckenstich, landläufig auch als Zeckenbiss bezeichnet, lässt nicht lange auf sich warten. Der eigentliche Zeckenstich hat für die Tiere meist wenig Folgen. Nur bei schwerem Zeckenbefall kann das Blutsaugen eine Blutarmut verursachen, die durch den Zeckenstich verursachte Wunde kann sich außerdem entzünden.

Eine sehr viel größere Bedeutung aber haben Zecken als Überträger von gefährlichen, vor allem für den Hund teils lebensbedrohlichen Krankheiten, wie Borreliose oder der Babesiose. Auch die für den Menschen gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch von Zecken übertragene Viren ausgelöst. Die Zahl infizierter Zecken in Hochrisikogebieten wird auf etwa ein bis vier Prozent geschätzt. In allen Gegenden, in denen ein Infektionsrisiko für den Menschen besteht, ist auch der Hund gefährdet. Anders als beim Menschen kommt es bei Hunden jedoch seltener zu einer Erkrankung.

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass die Zeckenproblematik den Hundehaltern sehr bewusst ist. 89 Prozent gaben an, dass sie bereits Maßnahmen zum Zeckenschutz treffen. Besonders wichtig ist ein lückenloser Zeckenschutz, um einen Befall und damit eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Dies gilt vor allem für Tiere mit ganzjährigem Auslauf oder engem Kontakt zu Artgenossen. Bei diesen gefährdeten Hunden ist darüber hinaus eine Borreliose-Impfung empfehlenswert. Jeder vierte Hundebesitzer nutzt diesen Impfschutz schon. Nach einem Spaziergang sollten die Tiere auf jeden Fall sehr gründlich auf Zecken hin untersucht werden. Am häufigsten macht es sich in Deutschland die Schildzeckenart Ixodes ricinus, besser als Holzbock bekannt, auf einem Wirtstier gemütlich. Dieser Blutsauger ist nicht allzu wählerisch und befällt über 200 verschiedene Tierarten. Er ist auch der Überträger der Borreliose-Bakterien. Daneben gibt es die Auwaldzecke, die durch ihr marmoriertes Rückenschild auffällt und deshalb auch als Buntzecke bezeichnet wird. Sie ist dafür bekannt, dass sie die Erreger der Babesiose überträgt. Insgesamt sind von den weltweit über 800 Zeckenarten 20 in Deutschland heimisch. Besonders hartnäckig ist die Braune Hundezecke, die sich auch in geschlossenen Räumen weiterentwickeln kann. Schlimmstenfalls muss man für eine Umgebungsbehandlung einen staatlich geprüften Schädlingsbekämpfer hinzuziehen.

Quellenangabe: "obs/Bundesverband für Tiergesundheit e.V./JiSign/Fotolia"

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